Teguar stellt lüfterlosen Medical PC vor Ein Rechner, drei Einsatzorte

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Patientenakte am Bett, Dokumentation im OP, Facharzt per Video: Der Medical PC Clarion TM-7200-24 von Teguar soll alle drei Aufgaben auf einer Plattform übernehmen. Er arbeitet ohne Lüfter, hat Kamera und Mikrofone eingebaut und läuft mit optionalem Akku zeitweise auch ohne Netzanschluss.

Der Clarion TM-7200-24 auf einem medizinischen Wagen: Kamera und Lautsprecher sind eingebaut, mit optionalem Akku läuft der Medical PC zeitweise ohne Netzanschluss.(Bild:  Teguar AG)
Der Clarion TM-7200-24 auf einem medizinischen Wagen: Kamera und Lautsprecher sind eingebaut, mit optionalem Akku läuft der Medical PC zeitweise ohne Netzanschluss.
(Bild: Teguar AG)

Bei einem Medical PC entscheiden nicht nur Prozessor und Bildschirm. Reinigung, Montage und Peripherie müssen zum Arbeitsplatz passen, und die Krankenhaus-IT will Rechner verschiedener Abteilungen möglichst einheitlich betreuen. Der Clarion TM-7200-24 von Teguar fasst Computer, Touchscreen und Kommunikationsausstattung in einem Gehäuse zusammen. Vorgesehen ist er für das Patientenzimmer, das OP-Umfeld, mobile Visiten, Ambulanzen und Praxen sowie für Videosprechstunden. Hersteller können ihn auch in kundenspezifische medizintechnische Systeme integrieren.

Statt für jeden Bereich eine andere Rechnerfamilie zu wählen, können Einrichtungen dasselbe Grundgerät einsetzen. Die Unterschiede liegen in Montage, Erweiterungen und Software. Softwareabbilder, Gerätekonfiguration und technische Betreuung lassen sich so einmal festlegen. Das hilft bei der Planung, wenn nach dem ersten Einsatz im Behandlungsraum weitere Rechner für die mobile Visite dazukommen.

Medical PC im Patientenzimmer und im OP

Das Display misst 23,8 Zoll und löst mit 1920 × 1080 Pixeln auf, bei 350 cd/m². Es ist optisch verklebt und blendarm, damit Informationen auch unter Kunstlicht gut lesbar bleiben. Der projiziert-kapazitive Touchscreen erkennt zehn Berührungspunkte. Am Bett rufen ärztliche Teams Einträge aus der elektronischen Patientenakte auf und dokumentieren Behandlungsschritte. Im OP-Umfeld zeigt der Rechner Behandlungsinformationen an oder dient als Eingabestation für die OP-Dokumentation. Die VESA-100-Aufnahme erlaubt die Montage an passenden Wand- und Schwenkarmen.

Für die Reinigung lässt sich die Toucheingabe sperren, damit beim Abwischen nichts versehentlich ausgelöst wird. Die Front ist nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Das weisse Gehäuse besteht aus einem Aluminiumdruckgussrahmen und antimikrobiellem Kunststoff. Der Zusatzstoff schützt nach Angaben von Teguar nur das Gehäusematerial. Er schützt weder Anwender noch Patienten vor Krankheitserregern und ersetzt weder Reinigung noch Desinfektion, die sich nach den Herstellervorgaben richten. Dank passiver Kühlung kommt im Behandlungsraum kein Lüftergeräusch hinzu.

Normen: von der IEC 60601-1 bis zum Gesamtsystem

Nach Angaben von Teguar sind die Medical PCs des Herstellers nach IEC/EN 60601-1 (Ed. 3.2) und IEC 60601-1-2 (Ed. 4.1) zertifiziert und tragen die CE-Kennzeichnung (RED, RoHS). Wer den Rechner mit weiteren Komponenten zu einem medizintechnischen Gesamtsystem verbindet, erhält von Teguar IEC-60601-1-Prüfberichte und CB-Zertifikate. Der Hersteller unterstützt Kunden ausserdem bei deren Konformitäts- und Einreichungsprozessen.

Visitenwagen mit Akku

Auf dem Visitenwagen bringt der Clarion die Dokumentationssoftware an den Behandlungsort. Pflegekräfte erfassen Einträge während der Versorgung, ärztliche Teams greifen bei der Visite auf die nötigen Informationen zu. Die Halterung wird über VESA 100 angebunden. Bei der Wahl von Wagen und Halterung ist das Gerätegewicht von 8 kg zu beachten.

Ein optionaler Akku mit 10,8 V und 10'350 mAh erlaubt den zeitweisen Betrieb ohne Netzanschluss. Teguar nennt eine Laufzeit von bis zu zwei Stunden, der tatsächliche Wert hängt von Konfiguration und Nutzung ab. Für die drahtlose Anbindung stehen WLAN und Bluetooth 5.2 bereit. Vor einem mobilen Einsatz sollten Funkabdeckung, Energieversorgung und die Stromversorgung zusätzlicher Peripherie auf die Abläufe der Station abgestimmt werden.

Videosprechstunde mit Kamera und Audio

Für Telemedizin sind eine Frontkamera, zwei Mikrofone und zwei 3-Watt-Lautsprecher integriert. Eine mechanische Abdeckung verschliesst das Kameraobjektiv, wenn es nicht gebraucht wird. Optional lässt sich die Audioausgabe um eine Lautsprecherleiste ergänzen. Mit passender Kommunikationssoftware können externe Fachärztinnen und Fachärzte zugeschaltet oder Videosprechstunden eingerichtet werden. Das Full-HD-Display bietet Platz für das Gesprächsbild und ergänzende Informationen. Auf einem Wagen fährt der Rechner zu verschiedenen Behandlungsplätzen. So lassen sich fachliche Rückfragen per Video klären, ohne dass die Patientin oder der Patient an einen separaten Computerarbeitsplatz gebracht werden muss.

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Lokale KI und Anschlüsse für OEMs

Auf der Gehäuseunterseite des Clarion TM-7200-24 sitzen die Anschlüsse für Netzwerk, Peripherie und Display sowie der Schacht für den optionalen Akku.(Bild:  Teguar AG)
Auf der Gehäuseunterseite des Clarion TM-7200-24 sitzen die Anschlüsse für Netzwerk, Peripherie und Display sowie der Schacht für den optionalen Akku.
(Bild: Teguar AG)

Teguar bietet den TM-7200-24 mit Intel Core Ultra 5 125U oder Core Ultra 7 155U an. Der Arbeitsspeicher reicht bis 32 GB DDR5. Für die Datenspeicherung stehen ein M.2-Steckplatz und ein 2,5-Zoll-Laufwerksschacht bereit, Teguar nennt Optionen von 128 GB bis 1 TB. Auch diese Konfigurationen kommen ohne aktive Lüfterkühlung aus. Die integrierte NPU und optionale Hailo-KI-Beschleuniger liefern Rechenleistung direkt auf dem Gerät, für KI-gestützte Software nach Wahl. Für OEMs gehört die Abstimmung von Hardware und Software damit zur Systemplanung. Speicherbedarf, gleichzeitig laufende Anwendungen und KI-Leistung bestimmen die Ausstattung, und ein zusätzlicher Beschleuniger lässt sich gezielt pro Projekt vorsehen.

Netzwerk und Peripherie werden über zwei 2,5-Gigabit-Ethernet-Ports, vier USB-3.2- und drei USB-2.0-Anschlüsse sowie COM und HDMI angebunden, etwa für Scanner oder zusätzliche Anzeigen. Optional gibt es ein RFID-Modul für kompatible Karten und Transponder. TPM 2.0 stellt Hardware für Sicherheitsfunktionen bereit. Als Betriebssystem nennt Teguar unter anderem Windows 11 IoT.

Das Teguar-Team in Pfäffikon betreut Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Medizintechnikhersteller und Systemintegratoren können über die OEM- und ODM-Dienstleistungen Software, Anschlüsse, Peripherie, Montage und Stromversorgung abstimmen.